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Bin ich ein alter Sack?

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Seit ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Autofahren sollte/darf/will, bin ich nur noch mit ÖV unterwegs und das mit grossem Vergnügen. Ich kann Menschen beobachten, ihnen zuhören, kann arbeiten, kann aus dem Fenster schauen, Gedanken und Ideen bilden und muss dabei nicht auf mögliche Gefahren achten, kann die Sicht geniessen.
Auch Bahnhöfe bieten (noch) alles Mögliche an Unbekanntem, sogar lokal bezogene Plakate, neben den ewig gleichen. Obwohl Bahnhöfe immer uniformierter umgebaut werden, bzw. immer gleicher aussehen.

Und jetzt? Warum fühle ich mich plötzlich als „alter Sack“? oder stelle mir jedenfalls die entsprechende Frage. Vor wenigen Tagen bin ich aus dem Zug gestiegen und stand etwas irritiert vor der oben gezeigten Werbung in Luzern.

Das Fest der Freude (erste Lesung, spontan)
falsch
Das Fest der Hiebe (zweite Lesung, bewusst).

01 Gedanke: Hier wird Werbung für Gewalt gemacht.

02 Gedanke: Hier wird Werbung für Erotik gemacht.

03 Gedanke: Muss das sein?

04 Gedanke: Was löst die Werbung aus, bei Männern? bei Frauen?

05 Gedanke: Fantasien aus der Welt des Sado-Masochismus (Männer)

06 Gedanke: Bilder aus Köln, vor einem Jahr im TV gesehen (Frauen)

07 Gedanke: Ich komme zum Schluss, dass eine solche Werbung als unpassend bezeichnet werden muss.

08 Gedanke: Warum kontrolliert die SBB die Werbung in ihren Bahnhöfen nicht auf mögliches Unpassendes?

09 Gedanke: Bei politischer Werbung greift sie doch auch durch, oder eben nicht (kürzlich in Zürich – israelitisch-feindliche Plakate (Boykott-Aufruf isr. Produkte).

10 Gedanke: Nochmals. Bin ich jetzt ein „alter Sack“? oder gar ein Wutbürger? einer aus dem unzufriedenen Mittelstand? Ich weiss es nicht. Aber ich denke wenigstens noch, wenn ich etwas entdecke, dass mich freut, dass mich ärgert.

11 Gedanke: Verdammt, ich dachte immer, Weihnacht sei das Fest der Freude und Liebe. Die Werbung will uns aber klar machen, dass dazu auch Hiebe gehören. Schöne neue Welt.

Links:
Mehr Infos zu Plakaten in Bahnhöfen > hier (SBB)
Die Interpretation von Meinungsfreiheit durch die SBB > hier (NZZ) und hier (NZZ)