Archiv · Familie

Biografie mit Kaufquittungen erstellen

Quittung zum Kauf eines Rings in Israel von 1979

Es ist erst 3 Jahre her, dass meine Mutter verstorben ist. Sie hat mir alles mögliche hinterlassen, meistens zuverlässig geordnet und bezeichnet. Es handelt sich um ein Familien-Archiv über mehrere Generationen. Fotos und Dokumente sind üblich. Nicht so Kauf-Quittungen und Bankbelege, über die 10 Jahre Aufbewahrungspflicht hinaus.

Dadurch werde ich in die Lage versetzt, einen grossen Zeitraum ihres Lebens zu rekonstruieren. Plötzlich kann ich zum Beispiel feststellen, dass sie am Freitag, 20. Juli 1979 (20. Juli – Geburtstag meiner Mutter – gerade festgestellt!!) in Nathanya / Israel einen Ring gekauft hat. Sie muss also in Israel ihre Ferien verbracht, möglicherweise auch Verwandte besucht haben.

Doch wer lebte damals noch von unseren Verwandten in Israel? Wie ich von meiner Mutter mal erfahren habe, war vor allem unser „deutscher Stamm“ vor den Nazis ins „gelobte Land“ gezogen. Eine kleine Minderheit hat es nach Amerika verschlagen.
Nur meine nächsten Verwanden sind bereits um die Jahrhundertwende, also anfangs 20. Jahrhundert, Richtung Schweiz gezogen, aber nicht aus Deutschland, sondern aus Polen.

Quittungen, Kauf-Quittungen! Ein Stück Papier, dass wir heute meistens schon an der Kasse liegen lassen oder spätestens zu Hause entsorgen. Ein Stück Papier, dass den Lebensgang eines Menschen nachzuzeichnen vermag. Ich bin dran.

Fantasien · Fundstücke des Grauens · Politik

Den Schuetzen fehlt der Nachwuchs

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Da sind sie wieder die „Dunkeln Zeiten“ geht mir heute als erstes durch den Kopf, als mein Blick über die Titelseite der Luzerner Zeitung schweift. Zum einen „sehen Fahrlehrer schwarz“, dann bleiben den „Gletschern noch 80 Jahre“, die Bauern (auch Schwarzmaler genannt) fahren 2017 ein Rekordergebnis ein und „Den Schützen fehlt der Nachwuchs“ (eine kleine kostenlose Werbung für den Schweizer SchiessSportverband).

Beim letzten Beitrag stocken mir die Hirnsäfte und ich sehe die unglaublichen Szenen aus Las Vegas vor dem geistigen Auge. Das Täterbild taucht auf. Ich erkenne einen 64jährigen Mann, der nicht nur mich mit Rätseln überschüttet.

Und jetzt das! Meine GeschichtenKanäle spintisieren. War er der letzte Mörder, da der Nachwuchs fehlt? Oder hat das alles gar nichts miteinander zu tun. Bin ich wirklich nur ein GeschichtenErzähler. Ich weiss es nicht. Aber ich bin mir sicher, dass die Schützenvereine, egal ob vereint oder nicht, aussterben. Dann kann ich „von den alten, schwarzen Zeiten“ erzählen, wie es damals, als ich fast 66jährig, war.  Und das ist wahr.

VertiefungsLink: Luzerner Zeitung