Flüchtlinge · Konsum · Luzern · Tipps + Flopps

Militärbekleidung darf nicht Mode sein – auch nicht in Luzern

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Seit längerer Zeit kann beobachtet werden, dass militärische Tarnkleidung als hippe Bekleidung gilt. Dieser Trend hat mittlerweile auch das gehobene Herrn-Mode-Geschäft erreicht. Bei einem kürzlichen SonntagsSpaziergang musste ich bei dem renommierten  Laden Gränicher-Mode an der Pilatusstrasse in Luzern die gezeigte Schaufenster-Dekoration, bzw. Auslage, mit grossem Staunen, wenn nicht gar Ärger, wahrnehmen.

Abgesehen von der Jacke, die ich als völlig überflüssig betrachte, verwundern mich die Gliedmassen.
Relevante Fragen:
Hat der Träger der Jacke wirklich aus dem Krieg Hände und Arme als Erinnerungsstücke mitgebracht? Oder war er ein Massenmörder, der unter einem Kriegstrauma leidet? Ist er Schweizer oder Ausländer, männlich oder weiblich?
Wie wirkt ein solches Schaufenster auf Touristen (Der Laden findet sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhof)? Was kann eine solche Präsentation bei Flüchtlingen auslösen? Dürfen das Kinder sehen?

Wie kommt das Modehaus, bzw. die Dekorateur*in, auf eine solche hirnverbrannte Idee.

Ich bin überzeugt, dass hier niemand weiter gedacht hat. Hauptsache die angebotenen Artikel sind modisch und verkaufen sich. Alles andere ist unwesentlich und Beilage. Oder so …

 

 

Archiv · Familie

Biografie mit Kaufquittungen erstellen

Quittung zum Kauf eines Rings in Israel von 1979

Es ist erst 3 Jahre her, dass meine Mutter verstorben ist. Sie hat mir alles mögliche hinterlassen, meistens zuverlässig geordnet und bezeichnet. Es handelt sich um ein Familien-Archiv über mehrere Generationen. Fotos und Dokumente sind üblich. Nicht so Kauf-Quittungen und Bankbelege, über die 10 Jahre Aufbewahrungspflicht hinaus.

Dadurch werde ich in die Lage versetzt, einen grossen Zeitraum ihres Lebens zu rekonstruieren. Plötzlich kann ich zum Beispiel feststellen, dass sie am Freitag, 20. Juli 1979 (20. Juli – Geburtstag meiner Mutter – gerade festgestellt!!) in Nathanya / Israel einen Ring gekauft hat. Sie muss also in Israel ihre Ferien verbracht, möglicherweise auch Verwandte besucht haben.

Doch wer lebte damals noch von unseren Verwandten in Israel? Wie ich von meiner Mutter mal erfahren habe, war vor allem unser „deutscher Stamm“ vor den Nazis ins „gelobte Land“ gezogen. Eine kleine Minderheit hat es nach Amerika verschlagen.
Nur meine nächsten Verwanden sind bereits um die Jahrhundertwende, also anfangs 20. Jahrhundert, Richtung Schweiz gezogen, aber nicht aus Deutschland, sondern aus Polen.

Quittungen, Kauf-Quittungen! Ein Stück Papier, dass wir heute meistens schon an der Kasse liegen lassen oder spätestens zu Hause entsorgen. Ein Stück Papier, dass den Lebensgang eines Menschen nachzuzeichnen vermag. Ich bin dran.