Fantasien · Freunde

Ein Nagel ohne Kopf wird zur Kunst – im Zirkus Monti

Benedikt im Zirkus Monti

Mit erstaunen haben meine Frau und ich gestern (Mittwoch, 20.9.2017) festgestellt, dass wir 24 Jahre Zusammensein benötigten, bis wir gemeinsam einen Zirkus besuchten. Ein KünstlerFreund hat uns dazu eingeladen. Er erweiterte das Programm mit einer Führung „Hinter den Brettern, die die Welt bedeuten“. Da und dort rund ums ZirkusZelt erzählte er Geschichten, angereichert mit fachlichen Facts rum um das ZirkusLeben.

Nein, das ganze Team wohnt jeweils auf dem Platz und nicht in einem HotelZimmer. Selbst die InhaberFamilie Muntwyler wohnt in einem „grösseren“ Wagen, in einer mobilen Wohnung.
Zwei Köche verwöhnen das Team, natürlich in der fahrbaren Küche, mit allem Drum-und-Dran. Gegenwärtig müssen zirka 50 Nasen verköstigt werden, 3 mal täglich.
Das ZirkusOrchester stammt aus Polen. Das Land hat eine lange ZirkusMusikTradition und bringt immer wieder neue Orchester zum Einsatz, weltweit. Interessant dabei ist, dass die Musiker im „Dorf“ ein Eigenleben führen, wenig Kontakt zu den anderen Mitarbeiter und Artisten pflegen.
Und da sind sie wieder. Die Marokkaner. Schon als Kind wusste ich, dass aus Marokko viele ZirkusLeute stammen. Jetzt weiss ich auch warum. Die FamilienKontakte sorgen für Nachwuchs. Es ist durchaus möglich, dass ein Marokkaner 30 Jahre im selben Zirkus tätig ist und dabei für seine eigene Nachfolge sorgt.
So-weit-so-gut. Nach 90 Minuten Führung durch Benedikt Notter, der sichtbar in seinem aktuellen Job aufgeht, entstehen neue Fragen. Mitgebrachte beantwortete er einfach so beiläufig. Beim PausenApero hatten dann die TeilnehmerInnen Gelegenheit, sich auszutauschen. „Du, wie ist dein Name? Ich kenne dich doch von irgend wo her?“ Tja. Ich kenne Mengen von Menschen und kann diese Frage seltenst beantworten, oder verwirre sogar manchmal die Tatsachen. Plötzlich wird in meinen Gedanken aus K. P. und U. muss wohl R. gewesen sein. Eine Dreambox der speziellen Art.

Und wo waren wir eigentlich, in welchem Zirkus? Wir besuchten den Zirkus Monti in Luzern. Das Programm wurde unter dem vielversprechenden Titel „DreamBox“ und die Träume wurden tatsächlich auf verschiedensten Ebenen geweckt. Vom ZirkusLeben über die wundersame Wandlung des Künstlers Benedikt zum Beleuchter und zur Präsentation der Traumschaft im Kreis.

Wir empfehlen den geneigten LeserInnen einen Besuch im Zirkus Monti. Dort werden wirklich Nägel mit Köpfen gemacht und ist der Kopf mal ab, nimmt Benedikt diesen nach Hause, platziert ihn in einer Vitrine. Möglicherweise tauchen sie eines Tages wieder auf – als KunstObjekt. Wir sind überzeugt, dass die Kunst bei Benedikt Notter aktuell nur eine Verschnaufpause macht. Wir freuen uns, irgend wann seine nächste Verwandlung erleben zu dürfen. Danke Benedikt!

VertiefungsLinks: Zirkus Monti > hier, Benedikt Notter > hier.

 

 

 

Ausstellungen · Kunst

Kunst hoch Luzern 2017 – 2. September

kunst-hoch-2017

Persönliches: Ja klar, Reisende wollen schauen. Egal ob Museen, Ladengeschäfte, Mal-so-Mal-so oder gar Kunsträume und Galerien. Es muss einfach geschaut werden. Meine Freunde wissen, dass ich mich aus gesundheitlichen Gründen vor 4 Jahren aus allem zurück gezogen habe. Also keine Kunst , fast keine Museen und keine oberflächlichen Kontakte mehr. Nach über 10 Jahren permanente Wachheit, lehne ich mich jetzt zurück und geniesse meine persönlichen Interessen.

Öffentlich: Neugierige GängerInnen erwartet ein Tag in Luzern der ganz der Kunst gewidmet wird. So ziemlich alles was mit Kunst zu tun hat, will sich am 2. September 2017 zeigen, präsentieren, die Aufmerksamkeit erhaschen. Kritisch betrachtet habe ich früher immer vom KunstTourismus gesprochen. Kann sein, muss aber nicht. Auch wer zu einem Marathon ansetzt, kann Neues entdecken oder alt bekanntem begegnen.

Politisch: Der Kanton Luzern will den ganz dicken Rotstift ansetzen. Sparen nennt man/frau das. Wer aber sparen muss, hat irgend wie was falsch gemacht, über seine Verhältnisse gelebt. Die Luzerner KunstSzene gehört sicher nicht zu den VerbraterInnen, wohl eher zu den SparerInnen. Also eher mit einem Leben in der gesellschaftlich unteren Schublade. Mehr Sparen geht gar nicht. Wer also unseren RegierungsVögten zeigen will, dass Kunst (und Kultur) wichtig ist, zeigt sich und ist unterwegs. Die Betroffenen danken.

Alles Infos finden sich <hier>