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Lager sind Orte der Biographie: Teil 10

Wir schreiben das Jahr 1962, ich war in der 3. Primarklasse und wenig Interesse an Büchern. Gut, wenn es viele Bilder und wenig Seiten hat, das Buch, konnte ich schon mal rein schauen. Mehr aber nicht. Erst in der 4., 5. Klasse änderte sich das, schlagartig. Ich entdeckte bei einem Schulfreund Karl May-Bücher. Wer bitte ist dieser Karl fragte ich den Freund und er begann mir in einem regelrechten Redefluss zu berichten. Es hörte sich so an, als wäre er selbst dabei gewesen. Er erzählte mir von Cowboys, Indianer, von bösen und von guten Männern. Von einem Indianer-Häuptling und einem Deutschen mit einem speziellen Gewehr. Von Männern, die sich nicht mögen, von Indianern, die sich betrügen liessen.

NB: Der Titel nimmt Bezug auf die Räumung eines Lagers, dass vor ca. 15 Jahren von meiner Frau eingerichtet wurde und ich nie betreten habe. Jetzt wird der Raum leer geräumt und spannende Fundstücke veröffentliche ich hier.

Flüchtlinge · Geschichte

Die Schweiz betrogen und belogen

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Schiller. Tell. Friedrich Schiller. Wilhelm Tell. Apfelschuss. Der Schweizer Held, Freiheitskämpfer. Rebell. Terrorist. Ueber mehrere Jahrhunderte wird der Mann verehrt, vermittelt in allen Schulen. Die Kinder staunen, die Jugendlichen ignorieren ihn und die Erwachsenen haben ihn verinnerlicht. Unser, mein Willy Tell. Apfelschuss.

In einer Innerschweizer Bibliothek lagert die Geschichte, aber ganz ohne Schiller. Unterschiede zur bekannten Version sind nicht gross zu entdecken.

Ach was! Als ich die Geschichte zum ersten Mal gehört habe, staunte ich nur. Das kann doch nicht war sein, aber schön ausgemalt. Der Vater schiesst dem Sohn einen Apfel vom Kopf, auf Befehl eines fremden Herrn. Nein! Das kann nicht sein.

Ich war sofort überzeugt, dass der Bauer gar nicht getroffen hat. Hastig verliess er anschliessend den Tatort, trauerte ein paar Tage um seinen Sohn und beschloss, den bösen Vogt zu beseitigen, für alle Zeiten. „Durch diese hohle Gasse muss er kommen“. Wieder ergriff er seine Armbrust, legte den Pfeil ein und … verfehlt ein weiteres Mal. Ein Bediensteter viel vom Pferd. Getroffen. Sterbend.

So stellte ich mir die echte Geschichte vor. Und ich stehe heute noch dazu. So muss es gewesen sein. Doch wo ist der Täter abgeblieben. Ungesicherte Quellen berichten, dass er auf der Flucht über den VierWaldStätterSee mit seinem Boot kenterte und versank. Ein klassischer Flüchtling, wie wir ihm heute tagtäglich begegnen.

So muss es geschehen sein. Erzählt es weiter! Die wahre Geschichte des Helden Wilhelm Tell. Alles andere ist nur Beilage.

Der Beweis für meine Enthüllung:

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