Familie · Geschichten aus dem Leben · Persönliches

Szenen einer Ehe: Telefonieren

Smartphone for Telephone

 

Ich: Schau mal hier, das ist eine ausgezeichnete App, die dir eine gute Übersicht gibt.
Sie: Warum brauche ich so was?
Ich: Eben, weil es dir eine gute Übersicht gibt.
Sie: Danke, ich brauche so was nicht. Ich habe die Übersicht auch so, in meinem Kopf.
Ich: Aber für was brauchst du dann ein SmarPhone?
Sie: Zum Telefonieren und ich begrenzt erreichbar bin.
Ich: OK. (Stimme abfallend)

Ich habe die Logik, die weibliche, wieder mal unterschätzt, oder so …

 

Archiv · Familie

Biografie mit Kaufquittungen erstellen

Quittung zum Kauf eines Rings in Israel von 1979

Es ist erst 3 Jahre her, dass meine Mutter verstorben ist. Sie hat mir alles mögliche hinterlassen, meistens zuverlässig geordnet und bezeichnet. Es handelt sich um ein Familien-Archiv über mehrere Generationen. Fotos und Dokumente sind üblich. Nicht so Kauf-Quittungen und Bankbelege, über die 10 Jahre Aufbewahrungspflicht hinaus.

Dadurch werde ich in die Lage versetzt, einen grossen Zeitraum ihres Lebens zu rekonstruieren. Plötzlich kann ich zum Beispiel feststellen, dass sie am Freitag, 20. Juli 1979 (20. Juli – Geburtstag meiner Mutter – gerade festgestellt!!) in Nathanya / Israel einen Ring gekauft hat. Sie muss also in Israel ihre Ferien verbracht, möglicherweise auch Verwandte besucht haben.

Doch wer lebte damals noch von unseren Verwandten in Israel? Wie ich von meiner Mutter mal erfahren habe, war vor allem unser „deutscher Stamm“ vor den Nazis ins „gelobte Land“ gezogen. Eine kleine Minderheit hat es nach Amerika verschlagen.
Nur meine nächsten Verwanden sind bereits um die Jahrhundertwende, also anfangs 20. Jahrhundert, Richtung Schweiz gezogen, aber nicht aus Deutschland, sondern aus Polen.

Quittungen, Kauf-Quittungen! Ein Stück Papier, dass wir heute meistens schon an der Kasse liegen lassen oder spätestens zu Hause entsorgen. Ein Stück Papier, dass den Lebensgang eines Menschen nachzuzeichnen vermag. Ich bin dran.