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Militärbekleidung darf nicht Mode sein – auch nicht in Luzern

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Seit längerer Zeit kann beobachtet werden, dass militärische Tarnkleidung als hippe Bekleidung gilt. Dieser Trend hat mittlerweile auch das gehobene Herrn-Mode-Geschäft erreicht. Bei einem kürzlichen SonntagsSpaziergang musste ich bei dem renommierten  Laden Gränicher-Mode an der Pilatusstrasse in Luzern die gezeigte Schaufenster-Dekoration, bzw. Auslage, mit grossem Staunen, wenn nicht gar Ärger, wahrnehmen.

Abgesehen von der Jacke, die ich als völlig überflüssig betrachte, verwundern mich die Gliedmassen.
Relevante Fragen:
Hat der Träger der Jacke wirklich aus dem Krieg Hände und Arme als Erinnerungsstücke mitgebracht? Oder war er ein Massenmörder, der unter einem Kriegstrauma leidet? Ist er Schweizer oder Ausländer, männlich oder weiblich?
Wie wirkt ein solches Schaufenster auf Touristen (Der Laden findet sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhof)? Was kann eine solche Präsentation bei Flüchtlingen auslösen? Dürfen das Kinder sehen?

Wie kommt das Modehaus, bzw. die Dekorateur*in, auf eine solche hirnverbrannte Idee.

Ich bin überzeugt, dass hier niemand weiter gedacht hat. Hauptsache die angebotenen Artikel sind modisch und verkaufen sich. Alles andere ist unwesentlich und Beilage. Oder so …

 

 

Luzern · Politik

Luzern: Sicherheit macht Angst

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Noch bis zum 15. Oktober 2017 findet in Luzern die traditionelle Määs statt. Eine Chilbi (dt. Kirmes, Herbstmarkt), die jedes Jahr tausende von Familien und Singles anzieht. Fahrgeschäfte und Verkaufsstände laden zum Konsum ein, Verpflegungsstände werden zu Treffpunkten (manchmal auf für Partner/Partnerinnen-Suchende).

Im Zuge von Anschlägen, weltweit, hat sich die Luzerner Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit (Stadtrat Adrian Borgula, Grüne) Gedanken gemacht. Ein Blick über die Gemeindegrenzen zeigt Möglichkeiten auf. Beton scheint das Material der Zeit zu sein. Oft findet sich solches Zeugs im Lager des Tiefbauamtes, z.B. für Strassensperrungen.

Strassensperren? Genau. Das hat sich wohl so ein kluger Politiker oder „Beamter“  gedacht. Ein internes Telefonat reichte und schon sind 4, 5, 6 oder möglicherweise mehr verfügbar. Gedacht, getan. Der Schutz vor Terroranschlägen ist organisiert und platziert. Wunderbar.

Aber vielleicht hat der zuständige Stadt-Angestellte den Plan seines Chefs nicht zu Ende gedacht. Jedenfalls gibt es eine wunderbare Lücke, wo problemlos ein Bus oder LKW durch passt, auch mit übersetzter Geschwindigkeit. Durch die Betonklötze und die Absperrgitter wird sogar noch ein Fluchtweg geschlossen, verunmöglicht.

Und die Zeitung hat darüber unkritisch berichtet. Die Stadtregierung nimmt sich unserer Sicherheit an. Doch genau diese vorgegaukelte, falsche Sicherheit löst bei mit-denkenden Menschen Angst aus. Statt Schutz wurde hier eine tödliche Falle aufgebaut.  Danke für die Bemühungen.

Vertiefungslinks: Luzerner Herbstmesse, Luzerner Zeitung