Luzern · Politik

Luzern: Sicherheit macht Angst

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Noch bis zum 15. Oktober 2017 findet in Luzern die traditionelle Määs statt. Eine Chilbi (dt. Kirmes, Herbstmarkt), die jedes Jahr tausende von Familien und Singles anzieht. Fahrgeschäfte und Verkaufsstände laden zum Konsum ein, Verpflegungsstände werden zu Treffpunkten (manchmal auf für Partner/Partnerinnen-Suchende).

Im Zuge von Anschlägen, weltweit, hat sich die Luzerner Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit (Stadtrat Adrian Borgula, Grüne) Gedanken gemacht. Ein Blick über die Gemeindegrenzen zeigt Möglichkeiten auf. Beton scheint das Material der Zeit zu sein. Oft findet sich solches Zeugs im Lager des Tiefbauamtes, z.B. für Strassensperrungen.

Strassensperren? Genau. Das hat sich wohl so ein kluger Politiker oder „Beamter“  gedacht. Ein internes Telefonat reichte und schon sind 4, 5, 6 oder möglicherweise mehr verfügbar. Gedacht, getan. Der Schutz vor Terroranschlägen ist organisiert und platziert. Wunderbar.

Aber vielleicht hat der zuständige Stadt-Angestellte den Plan seines Chefs nicht zu Ende gedacht. Jedenfalls gibt es eine wunderbare Lücke, wo problemlos ein Bus oder LKW durch passt, auch mit übersetzter Geschwindigkeit. Durch die Betonklötze und die Absperrgitter wird sogar noch ein Fluchtweg geschlossen, verunmöglicht.

Und die Zeitung hat darüber unkritisch berichtet. Die Stadtregierung nimmt sich unserer Sicherheit an. Doch genau diese vorgegaukelte, falsche Sicherheit löst bei mit-denkenden Menschen Angst aus. Statt Schutz wurde hier eine tödliche Falle aufgebaut.  Danke für die Bemühungen.

Vertiefungslinks: Luzerner Herbstmesse, Luzerner Zeitung

Luzern · Politik

Die SVP treibt 77000 LuzernerInnen zum Sozialamt

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Am 13. Dezember 2016 konnte man/frau in der Luzerner Zeitung folgendes lesen (Zitat):

FINANZPOLITIK ⋅ Der Luzerner Kantonsrat hat am Dienstag das Budget 2017 genehmigt und den Steuerfuss von 1,6 auf 1,7 Einheiten erhöht. Da die SVP die Steuererhöhung mit dem Referendum bekämpft, wird der Voranschlag – ein Ja des Volks vorausgesetzt – erst im Sommer in Kraft treten.

In den letzten Tagen hat nun die AHV an alle Betroffenen ein Schreiben zugestellt (s. oben). Darin werden die Folgen des Referendum der SVP (Schweizer Volks Partei) bestätigt. Gleichzeitig berichten die Medien, dass fast 77’000 Bürgerinnen und Bürger im Kanton Luzern von diesem (demokratisch legitimierten) Vorgang betroffen sein könnten.

Jetzt kann der kritische Leser, die Leserin, sich fragen, wer nun die Betroffenen sind. Dazu hat das Online-Portal Zentral+ einen aktuellen Bericht online gestellt. Da muss ich nicht auch noch zusätzliche Worte verlieren und widme mich meiner nächsten Umgebung zu. 2 meiner Söhne haben aktuell kein geregeltes Einkommen (Studium und Neuorientierung). Beide leben mit einem sehr knappen Budget. Jeder Rappen muss bewusst ausgegeben werden. Würde es anders aussehen, das Studium würde darunter leiden. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob sie, wie vielerorts vorgeschlagen, auf das Sozialamt marschieren und Unterstützung anfordern. Der einfachere Weg ist, wenn beide sich an uns wenden, die Eltern. Natürlich helfen wir gerne. Nur wie sieht es bei Alleinerziehenden, bei anderen Familien aus?

Ich vermute mal stark, dass genau die WählerInnen dieser Partei am meisten unter den Folgen leiden werden/müssen. Ich frage mich nur, wie lange es noch geht, bis die Menschen in diesem Land erwachen und sich klar von dieser Partei Organisation distanzieren. Volksvertreter jedenfalls sehen und handeln anders, ganz anders.

PS: … und natürlich sind einmal mehr die Flüchtlinge, die Massenzuwanderung an der Misere schuld, wie immer, wenn nachvollziehbare Argumente fehlen.

Update zur Entwicklung (30.1.2017 – Klick hier)