Geschichten aus dem Leben · Medien · Politik

Bademantel gesucht und gefunden -fuer den US-Praesidenten

Bademantel fuer den amerikanischen Präsidenten

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Liebe Leutinnen und Leute

Es ist doch eigentlich wunderbar. Da bekommen die Amerikaner* einen neuen Präsidenten. Er beschäftigt die Nation seit seinem ersten Arbeitstag und damit der Stress nicht ins Unendliche ausufert, werden durch Journalisten gerne Zwischenpausen kreiert.

Jetzt stellt sich die halbe Nation die alles entscheidende Frage: „Trägt er im Weissen Haus einen Bademantel oder nicht?“ – Weltbewegend. Und dann orientiert der Pressesprecher, dass er gar keinen besitzt, vermutlich. Und jetzt?

Jetzt ist der Punkt gekommen, wo dem Präsidenten liebevoll geholfen werden kann. In ganz Amerika wird ein passender Bademantel gesucht. Millionen von Menschen sind unterwegs, doch niemand hat das Gefühl das richtige Stück gefunden zu haben.

In solchen Momenten erinnert man/frau sich gerne an das „gute, alte Europa“. Die russische Presse, also der dortige Präsident, ruft zur Solidarität auf. Leute sucht, meint er, sonst liefert China!

Als hilfsbereiter Mensch habe ich mich natürlich sofort auf die Suche gemacht. Doch auch ich muss mir jetzt die Frage stellen, ob ich den richtigen gefunden habe.
So bin ich jetzt auch Träger eines Problems, dass mich für die nächste Zeit beschäftigt. Das mir die Möglichkeit bietet, das dreckige Politgeschäft zu vergessen.

Thanks Mister Präsident. You are so fucking right.

Fantasien · Geschichten aus dem Leben

Wie ich mich in einen Pfarrer verliebte

Hallgrímskirkja - Island - Iceland
Hallgrímskirkja – eine Kirche in Reykjavik*

Kürzlich entschloss ich mich, wieder einmal in eine Kirche zu gehen. Gerüchteweise habe ich erfahren, dass die Gemeinde, der ich nicht angehöre, einen neuen Pfarrer bekommen hat.

Gleich beim Eintreffen begrüsste mich die Haushälterin des Pfarrers mit einem bestimmten aber zärtlichen Händedruck. Wow! Sie führte mich auch gleich noch zu den 37 (geschätzt) anwesenden (vermutlich) MitgliederInnen der Gemeinde. Es wurde über viel gesprochen, wie ich wahrnehmen konnte. Themen war natürlich der Sonntag Nachmittag (wo gibt es K&K**?), haben die Enkelkinder schon gebastelt, im Kindergarten. Hanny, ja, Hanny, wie geht es ihr. Fühlt sie sich wohl, im Alters- und Pflegeheim „Zur Neuen Heimat“. Und dann natürlich noch die Erhöhung der Krankenkassen-Prämie 2017. Hast du schon gewechselt? Nicht? Dann gute Nacht und teures zu viel Zahlen bis November 2017.

Doch vor lauter Zuhören, habe ich meine Begleiterin völlig vergessen. Die Haushälterin führte mich zum Herrn Pfarrer Heinrich von Pfaffenhausen. Bevor sie mich vorstellen konnte meinte dieser mit feiner, fast engelhafter Stimme: Heinrich, rufen Sie mich einfach Heinrich.

Heinrich! Ich musste mich richtig zurück halten. Diese Stimme, diese arisch-blonden Haare, dieser laszive Gang, der vermutete Körper. Ein Bild, ein göttliches Bild das sich mir ofenbarte. Plötzlich umfasste mich ein wärmendes Gefühl. Ich setzte mich auf die Kante einer Holzbank, als müsste ich sofort für einen Sprung bereit sein. Das Gebetsbuch ausser Reichweite. Ich brachte keinen Ton mehr raus, wollte  nur ihn hören, ihn – den Heinrich. Und da stand er nun, beim Altar. Würdig, lichtumflutet, feinstofflich. Seine Worte erklangen im Zeitenraum.

Plötzlich war mir als würde jemand mich zu Kaffee und Kuchen einladen, im Gemeindesaal. Plötzlich stand er nun neben mir. Ich stellte mir vor, er fasst meine Hand, umklammert sie, führt mich. Konnte ich vorher nicht singen, so kann ich jetzt nicht mehr sprechen. Ich fühlte mich sang-und-klanglos.

Doch dann erwachte ich aus meinem Traum. Gewaltige Glockenklänge, lautes Stühlerücken und Frau Haushälterin meinte nur noch: „Wehrter Herr, wir schliessen die Kirche in 10 Minuten“

* Symbolbild und steht in keinem Zusammenhang mit der Geschichte (Foto: Roger Levy)
**Kaffee und Kuchen

Hintergrund für diese Geschichte ist auf Zentral+ zu finden (hier).