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Es weihnachtet sehr (25.10.2017)

Der Weihnachtsexpress

Verkehrte Welt. Der heutige Tag präsentiert sich golden. Die HerbstSonne scheint, die Temperatur nähert sich der 20°-Grenze, der Balkon lädt zum entspannten Lesen der eingegangenen Post. Herrlich.

Doch was ist das?

Ja ist denn schon Weihnachten? Habe ich da was verpasst, verschlafen oder gar übersehen?

Als Kind habe ich mich immer sehr gefreut, auf den Spielzeug-Katalog von „Franz Carl Weber“.  Der Katalog war für mich so was wie ein ZeitStolperStein. Ab sofort wurde mir mitgeteilt, dass die Weihnachtszeit beginnt und es noch ewig dauern wird, bis es so weit ist. Der Gabentisch, der in unserem Haushalt fehlte, musste in meiner Fantasie belegt werden. Der Tisch war mein Pültli (Schreibtisch), der Weihnachtsbaum das Leselicht, die Dekoration meine Farbstifte und die Gaben? Jede Menge. Ein ganzer Katalog.
Meine Hausaufgaben machte ich sinnvollerweise am Boden. Der Tisch war ja belegt und das dauert noch eine ganze Weile.

Irgend wann stellte mir meine Mutter die Jahresfrage: „Hast du eigentlich einen speziellen Wunsch zu Weihnachten, äh, Chanukka“? Meine Antwort fiel katalogmässig aus. Nichts habe ich vergessen, nichts ausgelassen, nichts gestrichen.

Und dann? Der Tag des Festes wurde real, nach gefühlten 9 Monaten. Da stand sie nun, die grosse Schachtel. Meine Fantasie drehte durch. Doch dann folgte die Ernüchterung. Da sich scheinbar im Lebensmittel-Laden am Römerhof in Zürich keine kleinere Box fand, musste eben das neue Schul-Etui auf grossem Fuss daher kommen.

Dumm gelaufen, wie jedes Jahr.
Und so stell ich mir gar nicht vor, dass schon Weihnachten sein könnte.
Nein. Den Katalog lasse ich links liegen und ergreife rechts das Buch, dass mich ebenfalls verführen kann.
Gut so.

 

 

Luzern · Politik

Luzern: Sicherheit macht Angst

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Noch bis zum 15. Oktober 2017 findet in Luzern die traditionelle Määs statt. Eine Chilbi (dt. Kirmes, Herbstmarkt), die jedes Jahr tausende von Familien und Singles anzieht. Fahrgeschäfte und Verkaufsstände laden zum Konsum ein, Verpflegungsstände werden zu Treffpunkten (manchmal auf für Partner/Partnerinnen-Suchende).

Im Zuge von Anschlägen, weltweit, hat sich die Luzerner Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit (Stadtrat Adrian Borgula, Grüne) Gedanken gemacht. Ein Blick über die Gemeindegrenzen zeigt Möglichkeiten auf. Beton scheint das Material der Zeit zu sein. Oft findet sich solches Zeugs im Lager des Tiefbauamtes, z.B. für Strassensperrungen.

Strassensperren? Genau. Das hat sich wohl so ein kluger Politiker oder „Beamter“  gedacht. Ein internes Telefonat reichte und schon sind 4, 5, 6 oder möglicherweise mehr verfügbar. Gedacht, getan. Der Schutz vor Terroranschlägen ist organisiert und platziert. Wunderbar.

Aber vielleicht hat der zuständige Stadt-Angestellte den Plan seines Chefs nicht zu Ende gedacht. Jedenfalls gibt es eine wunderbare Lücke, wo problemlos ein Bus oder LKW durch passt, auch mit übersetzter Geschwindigkeit. Durch die Betonklötze und die Absperrgitter wird sogar noch ein Fluchtweg geschlossen, verunmöglicht.

Und die Zeitung hat darüber unkritisch berichtet. Die Stadtregierung nimmt sich unserer Sicherheit an. Doch genau diese vorgegaukelte, falsche Sicherheit löst bei mit-denkenden Menschen Angst aus. Statt Schutz wurde hier eine tödliche Falle aufgebaut.  Danke für die Bemühungen.

Vertiefungslinks: Luzerner Herbstmesse, Luzerner Zeitung